Bau- und Immobilienmanagement Dipl.-Ing.(FH) Holger Wachsmuth
Bau - & Immobilienmanagement
Haus- & Wohnungsverwaltung / Ingenieurbüro

Dipl.-Ing. (FH) Holger Wachsmuth

Hausbocklarve Echter Hausschwamm Pilzsporen unter dem Mikroskop Anobium punctatum Befall Dachkonstruktion
Holzschutz

Als Hausbesitzer wissen Sie genau wie wichtig es ist in regelmäßigen Abstanden das Haus auf entstandene Schäden zu kontrollieren. Hierbei geht es vor allem um Schäden an der Dachkonstruktion, dem Fachwerk, wenn es sich um ein Fachwerkhaus handelt und um alle anderen sichtbaren bzw. auffälligen Veränderungen an Fenstern, Decken und Wänden. Eindringende Feuchtigkeit, Ablagerungen von Kondenswasser, undichte Stellen an Wasserzu- und -ableitungen, sowie Holzschädigende Insekten und Pilze können die Bausubstanz des Hauses angreifen und teilweise sogar erheblich schädigen. Sobald Sie feuchte Stellen, Käfer, Holzmehl oder gar Schimmelflecken am oder im Haus entdecken, sollten Sie sich unbedingt an mich wenden, denn als Fachmann für Holzschutz kann ich die Ursachen schnell ermitteln und Ihnen zu entsprechenden Maßnahmen raten. Ich kenne die notwendigen Verfahren und kann Ihnen helfen schwerwiegende und kostenintensive Folgeschäden zu verhindern.

Was sind das für Schäden und woran erkenne ich diese?

Wenn Sie alte Möbel lieben oder noch die eine oder andere ältere Massivholztür in Ihrem Haus haben, dann sollten Sie sich dieses Holz ab und zu ganz genau ansehen. Entdecken Sie hier einzelne kleine runde Löcher mit einem Durchmesser von 1 bis 2 mm, so ist es ziemlich sicher der Holzwurm, der Gefallen an dem Alten kostbaren Möbelstück, dem Türrahmen oder dem Türblatt gefunden hat.

Bei diesen Löchern handelt es sich nämlich um Schupflöcher des Holzwurmes, einem Nagekäfer, der sich in trockenem Holz so richtig wohlfühlt. Die Larven dieser gewöhnlichen Nagekäferart (Anobium punctatum) befallen verbautes, also kein frisches Holz. Sie legen Ihre Eier in Holzspalten oder Rissen ab. Nachdem die Larven geschlüpft sind, fressen sie sich durch das Frühholz. Das Spätholz wird verschont und bleibt lamellenartig stehen. Ist die Larve fett genug verpuppt sie sich und nach der Verwandlung schlüpft aus der Puppe ein geschlechtsreifer Käfer. Handelt es sich bei diesem Käfer um ein Weibchen, so legt es nach der Befruchtung seine Eier bevorzugt dort ab, wo es selbst aufgewachsen ist.

Weil die Nagekäfer fliegen können, sind sie auch durchaus in der Lage schnell nach neuen Eiablageplätzen zu suchen. Der Fraß konzentriert sich auf das Splintholz, Kernholz wird nur selten angegriffen. Sind die Larven aktiv, erkennt man das an herausquellendem Holzmehl. Legt man schwarzes Blatt Papier unter die betroffenen Stelle, sieht man bei Befallsaktivität nach wenigen Tagen Holzmehl auf dem Papier.

Die Larve des Nagekäfers benötigt eine Mindestholzfeuchtigkeit von mehr als 10 % und bevorzugt kühlere Orte. Kritische Bereiche sind daher feuchte Räume (wo der Boden kühl und ggf. feucht ist). Der Befall ist im Gegensatz zum Befall durch den Hausbock nicht an ein Maximalalter des Holzes gebunden. Der Holzwurm liebt also auch jahrhundertealtes Holz. Der Schaden, den die Holzwürmer hier vor allem in Altbauten oder gar denkmalgeschützten Gebäuden und an antiken Möbeln anrichten können ist beachtlich, jedoch bei frühzeitigem Feststellen durchaus zu bekämpfen und zu sanieren.

Konstruktionsholz mit Anobienbefall
Tragenden Holzkonstruktion befallen und geschädigt von Larven des gewöhnlichen Nagekäfers (Anobium punctatum).


Sanierung des Fachwerkes
Foto: Jens Specht (Tischlermeister) Das Fachwerk war zum Teil derart beschädigt, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig wurden, um die Tragfähigkeit wieder herzustellen.

Ein weiteres holzschädigendes Insekt ist der sogenannte Hausbock, welcher sich hauptsächlich in den Sommermonaten fortpflanzt und dessen Larven sich durch unsere Holzbalken, Latten, Holzzäune und sogar kostbare Möbel, Parkett und Dielung fressen. Auch hier sind es nicht die Käfer sondern die Larven, welche unser Holz schädigen. Wenn Sie also in den Monaten Mai bis August an warmen Stellen wie z.B.

  • vor Fenstern und Luken oder vor geschlossenen Fenstern oder am Boden tote Käfer oder Teile davon ohne Staubablagerungen finden,
  • frische gelbe Fluglöcher an Holzober- und Seitenflächen entdecken,
  • kratzende Geräusche an den Holzoberflächen wahrnehmen
  • Larven in vermulmter brechender Dielung oder in pulversierten Holzanteilen unter durchaus intakten Holzoberflächen finden,

dann ist dieses Holz vom Hausbock befallen und Sie sollten sich auch hier an einen Fachmann für Holzschutz wenden. Ich kann das Ausmaß des Befalls genau analysieren und Sie über die geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen informieren. Besonders bei vermuteten Befall des Dachstuhls durch den Hausbock, ist es zwingend anzuraten einen Fachmann zu kontaktieren, denn je nach schwere des Befalls ist die Statik und damit die Tragfähigkeit des Dachstuhls nicht mehr voll gewährleistet. Es geht mir hier vor allem auch um Ihre Sicherheit, denn der Hausbock liebt auch Treppen.

Sicher gibt es noch weitere holzzerstörende Insekten, diese beiden sollten jedoch zunächst als die am häufigsten auftretenden Fälle genügen. Ebenfalls recht häufig anzutreffende Bauschäden sind auf holzzerstörende Pilze wie z.B. den Echten Hausschwamm zurückzuführen. Wissen sollten Sie hier auch, dass dieser Echte Hausschwamm sich zwar am Holz bildet und ausbreitet, jedoch auch vor dem Mauerwerk nicht halt macht. Der Echte Hausschwamm kann das gesamte Bauwerk komplett zerstören. Das ist auch der Grund warum ich jetzt einige Ausführungen zum Echten Hausschwamm machen werde.

Hausbocklarve
Hier sehen Sie eine gutgenährte Hausbocklarve.


Treppe eines lange Zeit unbewohnten Hauses
Foto: Jens Specht (Tischlermeister) Ebenfalls stark beschädigt von holzzerstörenden Insekten wurde diese Treppe, welche entsprechend behandelt und restauriert werden musste.

Warum ist der Hausschwamm der gefährlichste holzzerstörende Pilz und sogar in einigen Bundesländern anzeigepflichtig?

Das besonders gefährliche am Echten Hausschwamm ist, dass er sich im gesamten Bauwerk bilden und völlig unbemerkt prächtig entwickeln kann. Richtig wir sehen den Hausschwamm erst, wenn es bereits fast zu spät ist. Nach und nach zerstört er nicht nur jegliche Holzkonstruktion (Fachwerk, Balken usw.) er verbreitet sich mit seinen Myzelsträngen über das Mauerwerk bis er weitere Holzbauteile als Nahrungsquelle findet und hier für weiteren Schaden sorgt. Wenn hier noch jemand helfen kann, so ist das nur ein zugelassener Fachmann für Holzschutz.

Der Fruchtkörper des Echten Hausschwamm (Sepula lacrymans) ist watteartig, erst weiß, evtl. mit gelben oder roten Flecken, später dann gelb bis rostbraun mit einem weißen Zuwachsrand umgeben. Er ist 1-2 cm dick und bildet reichlich braune Sporen, welche sich im Raum verteilt ablagern. Am Myzel bilden sich zahlreiche bis zu 6 mm starke Myzelstränge, die im trockenen Zustand deutlich knarrend wegbrechen. Als Schadensmerkmale zählt man Schwindrisse im Holz mit grobem Würfelbruch und einer Braunfärbung. Ist das Holz lackiert z.B. Fensterrahmen, so bilden sich auch hier Risse und Wölbungen. Von diesem Pilz befallen werden überwiegend Werkstoffe aus Nadelholz, jedoch kann auch Laubholz befallen werden.

Bei einem Pilzbefall muss zunächst die Pilzart festgestellt werden. Hier gibt es unter anderem die Pilzarten:

  • Porenschwamm
  • Kellerschwamm
  • Blättlinge
  • Eichenporling

Der Echte Hausschwamm hat sich, wie Sie hier bereits deutlich sehen schon ganz prächtig entwickelt und entsprechend auch das Holz beschädigt.


Beispiel für Schaden durch Echten Hausschwamm
Weil dieses Haus längere Zeit leer stand, hatte den Hausschwamm niemand entdeckt.
Viel gefählicher als die Milliarden von Sporen ist die Tatsache, dass es für den Laien völlig überraschend zu Einstürzen von Holzdecken und Balken kommen kann. Die Tragfähigkeit der vorhandenen Holzkonstruktionen vor allem im Decken- und Dachbereich ist nicht mehr gegeben und damit steigt auch die Einsturzgefahr. Es ist also schon enorm wichtig, regelmäßig am und im Haus nach dem Rechten zu sehen, besonders bei Gebäuden, die längere Zeit unbewohnt sind bzw. lange nicht genutzt worden und nun wieder genutzt oder gar verkauft werden sollen.


Wie kann man das verbaute Holz bzw. die im Haus befindlichen Fenster, Parkett, Dielen, Möbel usw. vor dem Befall von holzzerstörenden Insekten und Pilzen schützen?

Im guten Holzfachhandel erhalten Sie nicht nur qualitativ sehr hochwertiges Bauholz, Gartenzäune und vieles mehr, hier gibt es auch eine Vielzahl von vorbeugenden Holzschutzmitteln, mit denen Sie das Holz entsprechend behandeln bzw. streichen können. Bestimmte Bauholzarten sind auch schon vorbehandelt wie z.B. Konstruktionsholz. Fragen Sie einfach den Fachberater vor Ort.

Wenn Sie das verbaute Holz dann regelmäßig pflegen und ab und zu wieder neu mit zugelassenen Holzschutzmitteln, Lasuren oder Beizen behandeln, so sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Balken und andere verbaute Hölzer, welche tragende Funktionen haben, sollten in den Sommermonaten einer visuellen Überprüfung unterzogen werden.

Wie weiter oben erwähnt, lieben sowohl die holzschädigenden Insekten als auch der Echte Hausschwamm die Feuchtigkeit. Das bedeutet, egal ob an der Wand, der Decke oder am Fenster, immer wenn Sie feuchte Stellen am Gebäude feststellen, sollten Sie dafür sorgen:

  • dass sie die Ursache dafür finden,
  • die Zufuhr weiterer Feuchtigkeit verhindern,
  • das gesamte Gebäude gründlich lüften bzw. bei sehr viel Feuchtigkeit z.B. im Keller spezielle Geräte zum Trocknen einsetzen.

Gerade im Erdgeschoss und im Kellerbereich kann die Feuchtigkeit aufsteigen und die Bildung des Echten Hausschwamms sogar noch fördern bzw. den Befall des Holzes durch holzzerstörende Insekten begünstigen.

Was Sie tun können, um den entdeckten Befall des Holzes oder des Mauer- bzw. Fachwerks zu stoppen bzw. wie sie den Schädlingsbefall wirksam bekämpfen können.

Eine fachgerechte und nachhaltige Sanierung von Gebäudeschäden, die durch Feuchtigkeit, Insekten oder Pilze entstanden sind, erfordert zunächst die ausreichende Ursachenklärung. Hierzu sind in der Regel Voruntersuchungen notwendig, die über eine reine Inaugenscheinnahme hinausgehen. Zur Instandsetzung bzw. fachgerechten Sanierung und Kostenschätzung ist neben der Ursache auch das Ausmaß zu ermitteln. Mit dieser Aufgabe sollten Sie einen Sachverständigen für Gebäudeschäden oder einen Fachmann für Holzschutz betrauen. Nur so lassen sich unnötige und kostenintensive Folgeschäden vermeiden. Die anschließende Instandsetzung bzw. Sanierung sollte sich vor allem bei Gebäuden und Bauwerken, welche dem Denkmalschutz unterliegen an den Regeln der Baukunst orientieren. Das sind u.a.:

  • Bauverordnung
  • Technische Vorschriften
  • Technische Regeln
  • Deutsche Industrienormen (DIN)
  • Europäische Normen (EN)
  • und technische Merkblätter

Vertrauen Sie auf jedem Fall dem Fachmann vor Ort, denn besonders bei Schäden im Keller bzw. bei Feuchtigkeitsverteilung im Mauerwerk sind Messungen im Widerstandsverfahren oder Bohrkernentnahmen erforderlich, die nur ein zugelassener Fachmann ausführen und auswerten sollte. Welche speziellen Maßnahmen dann einzuleiten und durchzuführen sich, dass weis er am besten. Schließlich hat er sich auf dem Gebiet Holzschutz entsprechend qualifiziert und verfügt über jahrelange praktische Erfahrungen.